Porträt Ernst Lößnitzer

 

Ernst Lößnitzer wurde am 11. März 1852 in Dresden geboren. Er absolvierte hier eine Ausbildung zum Koch. Nach einer erfolgreichen Laufbahn als Küchenmeister war er Fachlehrer für Kochkunst an der höheren Hotelfachschule in Buchholz-Friedewald bei Radebeul. 

Diese erste „Höhere Fachschule für Hotelwesen“ in Deutschland wurde am 15.10.1900 eröffnet. Sie stand unter Aufsicht des Königlich Sächsischen Ministeriums und unter der Schirmherrschaft des rührigen Dresdner Hoteliers Rudolf Sendig. Leiter der Ausbildungs-stätte war der Besitzer des Kurhauses Friedewald, Herrmann Poppe. Sie galt als die beste Lehranstalt ihrer Zeit und war Vorbild für das spätere gastgewerbliche Fachschulwesen.

Seit 1901 war Ernst Lößnitzer aktives Mitglied der Dresdner Köche-innung, die ihn 1906 zum Obermeister ernannte. Als Hauptorgani-sator der 2. Deutschen Kochkunstausstellung im Jahre 1909 trug er maßgeblich dazu bei, dass diese ein großer Erfolg wurde. 

Seine Majestät König Friedrich August von Sachsen war Schirmherr dieser Ausstellung und verlieh Ernst Lößnitzer für sein engagiertes Mitwirken das Ritterkreuz des Albrechts-Ordens. Die Köcheinnung ernannte ihn später in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenober-meister auf Lebenszeit. 

Ernst Lößnitzer gilt als Begründer einer geordneten Berufsausbildung für Köche. Sein großes Fachwissen auf dem Gebiet der Gastronomie machte er dem Nachwuchs durch zahlreiche Fachbücher zugänglich. So zum Beispiel:

  • Großes deutsches Kochbuch der feinen und guten bürgerlichen Küche

  • Handbuch der Küchenwissenschaft

  • Verdeutschungswörterbuch für Speisekarte und Küche

Diese Bücher zeichnen sich durch eine klare und präzise Fassung aus und dienten Tausenden von jungen Köchen als Nachschlagwerke. Das Verdeutschungswörterbuch war unzähligen Fachleuten von großem Nutzen und trug dazu bei, dass es zu einer besseren Rechtschreibung der Speisekarten und Menüs in den Gaststätten kam.

Ernst Lößnitzer lebte bis zu seinem Tod in der Polenzstraße 23 in Dresden. Er starb am 8. Juli 1928 im Alter von 76 Jahren. 

Ihm zu Ehren wurde im November 1993 erstmals der Wettbewerb um den „Ernst-Lößnitzer-Pokal“ ausgetragen. Er wird jährlich von den Berufsverbänden und dem Beruflichen Schulzentrum für Gastgewerbe Dresden „Ernst Lößnitzer“ organisiert. Für den Wettbewerbsteil im Ausbildungsberuf Koch/Köchin ist der „Verein Dresdner Köche 1872 e.V.“ verantwortlich.